22. März 2017 DIE LINKE. Leipzig

Von links gelesen. Veranstaltungen zur Buchmesse 2017

Vom 23. bis zum 26. März findet in Leipzig wieder die Buchmesse statt. In diesen Tag steht jährlich das Lesen in ganz Leipzig im Mittelpunkt. Dazu trägt neben der Messe seit 20 Jahren besonders das Lesefest „Leipzig liest“ bei. Die dabei angebotene Vielfalt an Veranstaltungen und Lese-Orten ist einzigartig. So gab es im letzten Jahr an über 400 Leseorten knapp 3.000 Veranstaltungen. Zur diesjährigen Buchmesse bietet die LINKE in Leipzig auch wieder verschiedene Lesungen an. Diese finden im Liebknecht-Haus, dem Wahlkreis- Kulturbüro, dem INTERIM und dem linXXnet statt. Unsere Empfehlungen zur Buchmesse 2017:

Mittwoch, 22. März 2017

Kapital als Comic -Vernissage
19:00 Uhr, linXXnet, Bornaische Straße 3d
Marx' »Kapital« lehrt nicht nur Kapitalisten das Fürchten. Sondern oft auch jene, die es verstehen wollen. Der JARICOMIC schafft Abhilfe – in Wort und Bild. Ein Werk, das sowohl Marx als auch dem Medium Comic gerecht wird: Die lockerste Einführung in das »Kapital« seit seinem Erscheinen.

Donnerstag, 23. März 2017

Wer flüchtet schon freiwillig?
18:00 Uhr, WERK 2, Halle D, Kochstr. 132
Mit  Katja Kipping (Parteivorsitzende DIE LINKE)
Katja Kipping beschreibt prägnant und eindeutig Fluchtursachen und plädiert für ein Europa der Einwanderung. Sie beschreibt, wie dem zunehmenden Rassismus zu begegnen ist, was zu tun ist, und entwirft ein Mut machendes Bild für die Zukunft. Das gesamte Honorar geht an Organisationen der Flüchtlingssolidarität.


Die russische Linke zwischen März und November 2017
18:00 Uhr, Liebknecht-Haus, Braustraße 15
Das Jahr 1917 ist möglicherweise das Schlüsseljahr des 20. Jahrhunderts. Unstrittig lösten die beiden Revolutionen in Russland ein globales Echo aus und prägten maßgeblich das »Zeitalter der Extreme« (Eric Hobsbawm). Hundert Jahre später werden die damaligen Ereignisse kontrovers diskutiert. Im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen zumeist die Bolschewiki unter Führung Lenins. Das linke Parteienspektrum war allerdings wesentlich vielfältiger: Anarchisten, Jüdischer Bund, Menschewiki und Sozialisten-Revolutionäre zählten dazu.

 

Adolf Hitler nach-gedacht
18:00 Uhr, INTERIM, Demmeringstraße 32
Das Buch ist ein Versuch, mit Kritischer Psychologie und anderen Denkansätzen einerseits fundierte psychologische Kritik an den bisherigen Hitlerbiographien zu leisten, andererseits eine Möglichkeit aufzuzeigen, wie eine Biographie so geschrieben werden kann, dass Subjektentwicklung und gesellschaftliche Verhältnisse zusammengedacht werden. Es ist ein Diskussions-und Lernangebot an alle, die Hitler, den deutschen Faschismus und sich selbst als Subjekte der Geschichte dieser Welt verstehen wollen.

 

OXI Magazin - Wirtschaft für Gesellschaft
20:00 Uhr INTERIM, Demmeringstraße 32
Herausgeber Wolfgang Storz und nd-Geschäftsführer Olaf Koppe stellen die Zeitung vor. Die Dinge beim Namen nennen. Ohne Klärung keine Aufklärung. Es gibt viel zu entdecken, zu unterscheiden, zu erklären, aufzuklären – dazu will OXI einen journalistischen Beitrag leisten. Die Herausgeber*innen treibt eine Haltung: Wir sind der Solidarität, der Emanzipation, der Vernunft und der Aufklärung verpflichtet.

 

Die Aufarbeitung einer Kriegsenkel-Generation.
20:00 Uhr, Wahlkreis-Kulturbüro, Mariannenstraße 101
Detlef. M. Plaisier: Die Aufarbeitung einer Kriegsenkel-Generation. "Dies sind die Lebenserinnerungen Artur Plaisiers, herausgegeben von seinem Sohn Detlef. Neben der Heimatgeschichte sind es vor allem die Schilderungen seiner Erlebnisse zu Zeiten des Dritten Reichs, über das Strafgefangenenlager Esterwegen und das Konzentrationslager Börgermoor, wo sein Vater in der Mooradministration tätig war."

Freitag, 24. März 2017

Eiszeit
18:00 Uhr, Liebknecht-Haus, Braustraße 15
Die Beziehungen zwischen Deutschland und Russland sind gegenwärtig auf einem Tiefpunkt. Putn muss in der Politik und den Medien für alles herhalten - den Wahlsieg Trumps, die Verschärfung der Situation in der Ostukraine, den Bürgerkrieg in Syrien und die Aufrüstung in der NATO.
In ihrem Buch „Eiszeit“ decken der Bundestagsabgeordnete der Linken, Wolfgang Gehrcke, und die
bekannte Publizistin und politische Aktivistin Christiane Reymann, die wahren Hintergründe dieser Entwicklung auf, schreiben über gebrochene Versprechen, wirkungslose Sanktionen, Interessen und Ansprüche beider Seiten in der Welt, aber auch darüber, wie „Volksdiplomatie“ das Eis zwischen beiden Staaten von unten aufbrechen kann.

 

Politik und Religion
18:00 Uhr, linXXnet, Bornaische Straße 3d
Eine philosophische Auseinandersetzung mit dem Problem ihrer Unvereinbarkeit. In Zeiten zunehmender religiöser Konflikte, sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene, versucht das Buch eine Klärung über die Ursachen und mögliche Antworten für die Lösung dieses Problems aufzuzeigen.

 

Europa geht auch solidarisch
18:00 Uhr INTERIM, Demmeringstraße 32
Gesine Schwan & Axel Troost: „Europa geht auch solidarisch“ (VSA Verlag)
Streitschrift für eine anderes Europa. Die Autor*innen vertreten die Position, dass die Antwort auf die Zukunftsfragen der Europäischen Union nicht die Rückkehr zum Nationalstaat sein kann, sondern eine alternative Wirtschaftspolitik, eine Ausgleichsunion, eine gemeinsamen Schuldenpolitik, eine europäischen Sozialunion sowie eine demokratisch gewählten und kontrollierten Europäischen Wirtschaftsregierung sein müsste: Ein solidarisches Europa ist möglich!

 

Digitale Selbstüberwachung.
20:00 Uhr, linXXnet, Bornaische Straße 3d
Self-Tracking und das Quantified-Self-Movement sind zu einem schnell wachsenden Trend geworden. Immer mehr Menschen überwachen mittels tragbarer digitaler Geräte minutiös ihren Lebenswandel, von der Arbeit bis zum Schlaf, vom Sport bis zum Sex - und das freiwillig. Simon Schaupps Studie geht diesem Trend kritisch auf den Grund und fragt nach den gesellschaftlichen Ursachen für diese Praxis.

 

Die Top 42 von Gläsers Globus-Kolumnen aus dem Neuen Deutschland, musikalisch begleitet: Jan Jukebox.
20:00 Uhr, INTERIM, Demmeringstraße 32
Vertonte Kolumnen aus dem »neuen deutschland« über Gott, die Welt und die Arbeiterklasse stellen Andreas Gläser (Stimme, Saxophon) und Jan vom Im Ich (Gesang, Gitarre) im lässigen Lesebühnenjargon vor. Die verdienten Kleinkunstliteraten von »Couchpoetos« und »Chaussee der Enthusiasten« legen eine Hitsause (»Ich war ein schöner Elefant«) hin, die beste Reha-Chancen für MDR-Geschädigte verspricht. Nachhören kann man das auf dem Vinyl zum Buch, erschienen bei »Oi! The Nische«.

Sonnabend, 25. März 2017

Wem nützt die „Aufarbeitung“? Die institutionalisierte Abrechnung.
10:00 Uhr, Liebknecht-Haus, Braustraße 15
Matthias Krauß: Wem nützt die „Aufarbeitung“? Die institutionalisierte Abrechnung. Berlin, edition ost 2016
Die „Aufarbeitung der SED-Diktatur“, angeführt von der gleichnamigen Bundesstiftung, prägt staatlich subventioniert die veröffentlichte Meinung zur DDR. Der Autor untersucht analytisch den Umgang mit der DDR-Vergangenheit und das entsprechende Netzwerk der staatlich wie privat geförderten Akteure und Institutionen, das eine unübersehbare Fülle bedruckten Papiers produziert, sich in aktuelle Debatten einmischt und tiefgreifenden Einfluss nimmt. Dabei stellt Krauß die entscheidenden Fragen: Welches Bild von der DDR zeigt die Aufarbeitung und in welchem Verhältnis steht es zur Realität? Was treibt die Aufarbeiter an, welcher Methoden bedienen sie sich? Und schließlich: Welche verheerenden Folgen hat ihr Wirken?

 

Wörterbuch des besorgten Bürgers
18:00 Uhr INTERIM, Demmeringstraße 32
Robert Feustel / Nancy Grochol / Tobias Prüwer / Franziska Reif (Hg.): Wörterbuch des besorgten Bürgers (ventil verlag)
Von »Asylindustrie« über »Merkeljugend« bis »Volkstod«: In Kreisen besorgter Bürger machen dieser Tage Begriffe die Runde, deren Unsinn nicht selbstverständlich ist. Dieses Wörterbuch kartografiert und kritisiert – unvollständig und selbst wertend – in 150 Einträgen den sprachlichen Zauber, der weite Teile der politischen Öffentlichkeit erfasst hat und der beharrlich mit stilisierten Ängsten spielt.

 

Kritik des Nationalismus
20:00 Uhr, linXXnet, Bornaische Straße 3d
Thorsten Mense: Kritik des Nationalismus (Schmetterling Verlag)
Bis heute herrscht in der Linken große Uneinigkeit über Nation und Nationalismus. Während in Deutschland «nationalistisch» mit rechtem Denken verbunden wird, gilt der Begriff in anderen Teilen der Welt als linke Selbstbezeichnung und antiimperialistische Strategie emanzipatorischer Kämpfe. Das Buch zeigt die Grenzen nationaler Befreiung auf und fragt nach den Möglichkeiten antinationaler Kritik.

 

Die Kombinatsdirektoren – JETZT REDEN WIR WEITER! Neue Beiträge zur DDR-Wirtschaft und was daraus zu lernen ist
20:00 Uhr INTERIM, Demmeringstraße 32
Podiumsteilnehmer sind: Katrin Rohnstock, Herausgeberin, Inhaberin Rohnstock Biografien und Initiatorin von www.kombinatsdirektoren.de, sowie Christa Bertag, Generaldirektorin Kosmetikkombinat Berlin, Moderation Susanna Karawanskij, MdB
Nach dem Erfolg des 2013 veröffentlichten Buches »Die Kombinatsdirektoren: Jetzt reden wir« erschien im Dezember 2016 der zweite Band mit Beiträgen von Leitern großer Kombinate: »Die Kombinatsdirektoren – JETZT REDEN WIR WEITER! Neue Beiträge zur DDR-Wirtschaft und was daraus zu lernen ist« (Hrsg. von Rohnstock Biografien, erschienen im Verlag edition berolina, Berlin)
Gemeinsam mit Wirtschaftsexperten und Interessierten erörtern die früheren DDR-Wirtschaftslenker jenseits von Verherrlichung oder Selbstkritik, wie schwer in der DDR-Wirtschaft die Gratwanderung war: zwischen Reparationsleistungen und Embargo, zwischen volkswirtschaftlichen, betrieblichen und sozialen Interessen – und sie beleuchten, was heute aus der DDR-Wirtschaft zu lernen ist.