7. April 2017 DIE LINKE. Leipzig & Juliane Nagel, MdL

LINKE zeigt Flagge am Internationalen Tag der Roma

Zeichen der Solidarität gegen Ausgrenzung und Diskriminierung ++ Fahnenhissung am Welt-Roma-Tag, dem 8. April 2017 + Am Samstag, dem 8. April 2017, jährt sich der Internationale Tag der Roma zum 27. Mal. Mit dem 1990 vom Welt-Roma-Kongress ins Leben gerufenen Aktionstag soll auf die Situation der Roma, insbesondere auf deren Diskriminierung und Verfolgung, aufmerksam und die Forderung nach BürgerInnenrechte von Roma stark gemacht werden.

DIE LINKE. Leipzig wird sich an diesem Tag mit dem Hissen der Roma-Fahne am Liebknecht-Haus, Braustraße 15, im linXXnet, Bornaische Str. 3d und im INTERIM, Demmeringstraße 32 solidarisch zeigen. Interessierte können der Aktion am 8.4., um 11:00 Uhr am Liebknecht-Haus beiwohnen. Unabhängig davon beteiligt sich auch das Ariowitsch-Haus in der Hinrichsenstraße 14 an dieser Aktion.

Zum Internationalen Tag der Roma erklärt Juliane Nagel, Mitglied des Landtages und Stadträtin: „Die Geschichte der Roma ist die Geschichte von Diskriminierung, Ausgrenzung und Verfolgung, die ihren traurigen Höhepunkt im nationalsozialistischen Genozid fand. Auch heute noch sind Sinti und Roma in Europa von krasser Diskriminierung betroffen. Die Armut der Sinti und Roma ist auch Ergebnis der verfestigten Ausgrenzungsmechanismen, mit denen diese Minderheit zu kämpfen hat. Wenn wir am 8. April in Leipzig die Roma-Fahne hissen, dann zeigen wir unsere Solidarität und fordern soziale und demokratische Teilhabe für die Minderheit der Roma!“

Hintergrund:
Vor zwei Jahren wandte sich die BürgerInneninitiative „Leipzig korrektiv“ mit einem von zahlreichen Persönlichkeiten aus Stadt und Land unterzeichneten Brief an den Oberbürgermeister Burkhard Jung und appellierte die Roma-Fahne am Internationalen Tag der Roma bzw. dem Welt-Roma-Tag, dem 8. April, am Neuen Rathaus zu hissen. Der OBM lehnte das Ansinnen ab. Die Forderung es Offenen Briefes greift DIE LINKE mit dieser Aktion auf und hisst an ihrer Geschäftsstelle und verschiedenen Wahlkreisbüros die Flagge der Roma. Beim Welt-Roma-Tag wird damit, auf die Situation der Roma, insbesondere deren Diskriminierung und Verfolgung, aufmerksam gemacht und zugleich ihre Kultur gewürdigt.

Die Geschichte der Sinti und Roma ist voll von Stigmatisierung, Verfolgung und Ausgrenzung. Aber auch heute noch sind sie in Europa von gesellschaftlicher Benachteiligung betroffen. Vor allem in den Ländern Südost- und Osteuropas leben sie am Rand der Gesellschaft, oft abgeschnitten von humanitären Lebensstandards. Kindern und Jugendlichen bleibt der Zugang zu gleichwertiger Bildung verwehrt und Erwachsenen der Zugang zum Arbeitsmarkt. Hinzu kommt die allgegenwärtige Roma-Feindlichkeit, die auch vor Gewalt nicht zurückschreckt. Ideelle Grundlagen dafür sind jahrhundertealte Stereotypen von den „Nicht-Anpassungsfähigen“, vom „fahrenden Volk“ und von dessen Kriminalitätsneigung.

Auch hier in Deutschland ist die Diskriminierung von Sinti und Roma immer noch an der Tagesordnung – sowohl auf der Straße als auch in den Behörden. Die aktuelle „Mitte-Studie“, mit der SozialwissenschaftlerInnen seit vielen Jahren Vorurteile in der deutschen Bevölkerung untersuchen, zeigte erst 2016, dass die Ablehnung von Roma deutlich zugenommen hat. 57,8 % hätten demnach ein Problem damit, wenn Sinti und Roma sich in ihrer Gegend aufhalten würden.

Gleichzeitig hat sich die Gangart auch gegen die Angehörigen der Roma-Minderheit mit der immer weiteren Verschärfung der deutschen Asylgesetzgebung verhärtet. Die Erklärung von sechs Westbalkanstaaten zu so genannten „sicheren Herkunftsländern“ verunmöglicht den meisten von ihnen in Deutschland Schutz zu finden.