Der Stadtverband der Partei DIE LINKE lehnt die geplante Umbenennung des Wilhelm-Leuschner-Platzes ab. Nicht umsonst wurde für diesen Platz, dieser Name vergeben. Wilhelm Leuschner war Gewerkschafter und prägte die Geschichte der SPD entscheidend mit. In Leipzig arbeitete er eng mit dem früheren Leipziger Oberbürgermeiste Carl Goerdeler im Widerstand gegen den Nazi-Terror zusammen.
Gerade in Zeiten, wo rechtsextreme Kräfte sich immer mehr in diesem Land, und auch in unserer Stadt, ausbreiten, kann es nicht angehen, dass der Name eines führenden Antifaschisten aus dem Stadtzentrum verbannt wird. Ob sich OBM Jung dieser Tatsache bewusst ist, darf mittlerweile bezweifelt werden. Genau so muss bezweifelt werden, dass er sich dabei auf tatsächliches sozialdemokratisches Denken beruft.
Da offensichtlich ist, dass es bei den Leipzigerinnen und Leipzigern einen großen Unmut bezüglich dieser Umbenennung gibt, sollte der Stadtrat diesen zur Kenntnis nehmen. Er muss bei dieser Entscheidung den Mut aufbringen die Bürgerschaft mitzunehmen und direkt einzubeziehen.
Die Sächsische Gemeindeordnung sieht dafür ein klares Regelwerk, den Bürgerentscheid, vor. Der Stadtverband DIE LINKE Leipzig bittet daher die Fraktion DIE LINKE. im Leipziger Stadtrat, einen entsprechenden Änderungsantrag zu dieser Vorlage ins Verfahren zu bringen. Nur so kann sichergestellt werden, dass es eine Entscheidung geben wird, in die große Teilen der Bevölkerung einbezogen und mitgenommen worden.
DIE LINKE. Leipzig erwartet mit Spannung, wie sich die anderen Parteien zu diesem Vorschlag positionieren. Ein Blick in die Wahlprogramme aller im Stadtrat vertretenen Fraktionen zeigt, dass sich alle für mehr Bürgerbeteiligung und –mitsprache darin aussprechen.