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78 Jahre Nakba

Die Linke Leipzig

Der 15. Mai ist seither für Palästinenser*innen der wichtigste Gedenk- und Trauertag – der Tag der Nakba, was auf Arabisch „Katastrophe" bedeutet. Im Zuge der israelischen Staatsgründung und des darauffolgenden arabisch-israelischen Krieges wurden zwischen 1947 und 1949 etwa 700.000 bis 750.000 Palästinenser*innen aus ihrer Heimat vertrieben oder zur Flucht gezwungen. Viele Hundert Dörfer und mehrere Städte wurden zerstört oder entvölkert. Massaker und Plünderungen begleiteten den Prozess.

Für Palästinenser*innen ist die Nakba kein abgeschlossenes Ereignis der Vergangenheit, sondern lebedinge Gegenwart. Ungefähr sechs Millionen palästinensische Flüchtlinge sind heute bei der UNRWA registriert. Das Rückkehrrecht, das die Vereinten Nationen schon 1948 in Resolution 194 verbrieft haben, ist bis heute nicht umgesetzt. Im Westjordanland werden weiterhin palästinensische Familien durch die zunehmende Besatzung vertrieben, in Ost-Jerusalem geht die Annexion weiter, in Gaza setzen sich Zerstörung und Vertreibung fort. Was 1948 begann, dauert an.

Die Linke Leipzig steht auf Basis ihres Stadtparteitagsbeschlusses vom September 2025 für das Selbstbestimmungsrecht der Palästinenser*innen und einen eigenen palästinensischen Staat sowie für eine integrative Zweistaatenlösung ein, in der das Selbstbestimmungsrecht sowohl von Palästinenser*innen als auch von Jüdinnen*Juden verwirklicht werden kann – für ein Ende von Vertreibung und Besatzung und für die Umsetzung des Rückkehrrechts. Denn das Gedenken an die Nakba ist mehr als bloße Erinnerung. Es ist die Aufforderung, historische Verantwortung ernst zu nehmen und nach einer gerechten Lösung zu suchen. Dazu braucht es u. a. ein sofortiges Ende deutscher Waffenlieferungen an den Staat Israel.

Der Parteivorstand der Linken hat eine bundesweite Bildungsinitiative beschlossen, die u. a. die Nakba und die fortwährende Vertreibung der Palästinenser*innen ausdrücklich zu ihren Themen zählt. Diese Initiative begrüßen wir und werden uns als Stadtverband an ihrer Umsetzung beteiligen.

Weitere Informationen:

Weitere Quellen:

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