Mieterversammlung in Sellerhausen: Wieder Mehrheit der Heizkostenabrechnungen von Vonovia falsch

Die Linke Leipzig

Gestern kamen in Leipzig-Sellerhausen 25 Mieter*innen aus 14 Wohnhäusern des Immobilienkonzerns Vonovia zu einer Mieterversammlung zusammen. Anlass waren fehlerhafte Heizkostenabrechnungen, die die Nachbar*innen im Rahmen eines Heizkostenchecks der Partei Die Linke überprüfen ließen. In mehr als der Hälfte der geprüften Wohnungen zeigte sich in den Abrechnungen, dass der Konzern geltende Gesetze für die Aufteilung der Kosten nicht einhält. Alle betroffenen Mieter*innen haben nun Anspruch auf eine Rückerstattung von 15 Prozent der Heizkosten aus dem Jahr 2024.

Bereits in Lößnig, Lindenau und Reudnitz hatte die Partei Die Linke Nachbar*innen bei Sammelwidersprüchen gegen Vonovia unterstützt – ebenfalls wegen desselben Abrechnungsfehlers. Besonders auffällig ist dabei: Obwohl seit 2014 gesetzlich geregelt, spart sich der Immobilienkonzern offenbar systematisch die Kosten für den Einbau der vorgeschriebenen Wärmemengenzähler und rechnet stattdessen nicht verbrauchsabhängig ab. 

"Einige Nachbarn waren aufgebracht wegen Nachzahlungen um die 1000 Euro, obwohl sie aus Sorge vor hohen Kosten im Winter 2024 extrem sparsam geheizt hatten. Man rechnet ja erstmal damit, dass sich ein milliardenschwerer Vermieter an die Regeln hält. Dass das nicht so ist, hat in Leipzig leider System, deswegen machen wir diese Kampagne.", berichtete Luisa Scherer aus der Kampagnenkoordination.

Die Mieter*innen aus Sellerhausen machten vor, wie es geht: Auf der Versammlung unterschreiben 20 Mieter*innen einen Widerspruch, um ihr Geld von Vonovia zurückzufordern. Eine betroffener Mieter berichtet:" Ich hab mitgemacht, weil sich was ändern soll. Die Mieter von Vonovia sollten sich nicht abgezockt fühlen. Das Treffen war eine positive Erfahrung, wo ich mich mit andern Mietern austauschen konnte." 

Neben dem Heizkostencheck bietet die Partei die Linke eine Mietwucher- App an, über die über tausend Mieter*innen in Leipzig eine Meldung wegen illegal hoher Miete an die Stadt gestellt hatten. Dort ist für die Bearbeitung der Fälle lediglich eine Person beschäftigt. Einen Strategievorschlag, um daran etwas zu ändern, will die Linke bei einer Mietenkonferenz am 18.4. in Grünau vorstellen.

"Wir besprechen Pläne, wie wir Mieter*innen stadtweit dafür sorgen können, dass die vielen verboten hohen Mieten abgesenkt werden. Falsche Abrechnungen, illegale Mieterhöhungen oder bereits zu hohe Einstiegsmieten - der Mietennotstand ist in Leipzig angekommen. Es ist Zeit, dass sich Mieter*innen zusammenschließen", so Luisa Scherer.

Kontakt für Nachfragen: 
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