Mietnotstand in Leipzig – Mieter*innen fordern bezahlbares Wohnen
Die Partei Die Linke veranstaltete am 13. November ein Mieter*innentreffen im Stadtteiltreff „Klinke“, Volckmarstraße 5. Insgesamt nahmen 30 Leipziger*innen teil, um sich über ihre Erfahrungen mit steigenden Mieten, Vermieterpraktiken und alltäglichen Belastungen auszutauschen. Dabei wurde deutlich: Die Erfahrungen sind keine Einzelfälle – die Mietkrise betrifft viele.
Das Treffen knüpfte an die Basiskonferenz vor wenigen Wochen an, bei der sich bereits rund 100 Menschen über die sozialen Herausforderungen in der Stadt austauschten und über Wege diskutierten, wie sich Mieter*innen besser organisieren können. Das Mieter*innentreffen war damit ein weiterer Schritt, den lokalen Zusammenhalt zu stärken und konkrete Aktionen im Viertel anzustoßen.
Den Auftakt bildete eine Zoom-Begrüßung des Bundesvorsitzenden Jan van Aken, verbunden mit einer bundesweiten Zusammenschaltung weiterer Mieter*innentreffen. Im Anschluss schilderten die Teilnehmenden ihre Sorgen und Erlebnisse aus dem Leipziger Mietalltag. Immer wieder wurde betont, dass Wohnen für viele unbezahlbar geworden ist, während Eigenbedarfskündigungen zunehmend zur Existenzbedrohung werden.
„Mehr als 80 Prozent der Leipziger*innen wohnen zur Miete und spüren die Belastung unmittelbar. Für immer mehr Haushalte bedeutet das, einen erheblichen Teil ihres Einkommens für Wohnraum aufzubringen, während große Eigentümer hohe Renditen erzielen“, erklärt Nam Duy Nguyen, sächsischer Landtagsabgeordneter der Partei Die Linke. Die Kommunale Bürgerumfrage 2023 unterstreicht diese Entwicklung: In den vergangenen zehn Jahren sind die Mieten durchschnittlich um 35 Prozent, bei Neuvermietungen sogar um 66 Prozent gestiegen.
Nguyen weiter: „Seit knapp einem Jahr laufen der Heizkostencheck und die Mietwucher-App. Gemeinsam mit den Mieter*innen werden wir jeden Euro zurückholen, der zu viel gezahlt wurde. Wir schrecken nicht davor zurück, uns mit denen anzulegen, die aus unserem Zuhause Profit machen. Die Menschen verdienen Mieten, die bezahlbar sind – und sie nicht Armut stürzen.“
Mit dem Treffen am 13.11. setzt Die Linke ein Zeichen für starken Mieter*innenzusammenhalt und möchte gemeinsam mit den Bewohner*innen Lösungen einfordern. Die Veranstaltung ist Teil der Kampagne „Die Stadt gehört uns allen!“, mit der Die Linke den Mietwahnsinn in Leipzig beenden will. Weitere Nachbarschaftstreffen sind bereits in Planung. Interessierte können sich unter leipzigfueralle@dielinke-leipzig.de melden.
