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#SAVEAFRIN

Menschen aus bombardierten Dörfern verstecken sich in einer Höhle
Zerstörte Häuser in Jinderes
Syrische Geflüchtete werden gezwungen, mit türkischer Flagge zu posieren...
und sich für den Militäreinsatz in der Region Afrin zu registrieren.
Beschuss des Afrin Medanki Staudamms
Der Mann im Video berichtet über die Folgen des türkischen Luftangriffes auf den Ort Jaman (Juma).
Folgen des Luftangriffes der vergangenen Tage auf Jindires
Der Mann berichtet über die Opfer und Schäden in Jindres.

UPDATE: Heute besuchten uns drei junge Menschen im Liebknecht-Haus der Leipziger LINKEN. Sie berichteten von dem Leid ihren Angehörigen, die in der Region Afrin leben und aufgrund der militärischen Intervention der Türkei um ihr Leben fürchten müssen. Sie stehen mit Menschen in der Region in direkten Kontakt und sind gern bereit, Anfragen von Journalistinnen und Journalisten zu beantworten. Bei Interesse ist eine Kontaktaufnahme unter vorstand@dielinke-leipzig.de möglich.

DIE LINKE kritisiert den Militäreinsatz des Nato-Mitgliedes Türkei in die syrische Kurdenregion scharf. Gemeinsam erklärten die Parteivorsitzenden der LINKEN und die LINKE-Bundestagsfraktionsvorsitzenden ihre Ablehnung der Militärintervention unter dem Motto „#SAVEAFRIN“: http://gleft.de/248 (LINK zur Erklärung).

Zur Situation in Afrin, wie sie sich für uns auf Grundlage von Augenzeugenberichten von vor Ort darstellt:

Ich bin in Afrin geboren, lebe seit 2014 in Deutschland und stehe telefonisch in Kontakt mit meiner Familie in der Region Afrin. Meine Eltern sind yezidische Kurden, meine drei jüngeren Brüder und meine Schwester sind im Sommer letzten Jahres von Aleppo nach Afrin geflüchtet, um vor den Gruppen des IS Schutz zu suchen. Afrin bot vielen Menschen unterschiedlicher Religionszugehörigkeiten, vor allem Yeziden und Christen einen „sicheren“ Hafen vor Hass und Verfolgung. Ungefähr 1,2 Millionen Menschen leben momentan in Afrin, darunter fast 700.000 Geflüchtete aus den umliegenden Städten und Dörfern. Diese geflüchteten Menschen werden nun durch die Luftangriffe sowie die Bodentruppen der Türkei erneut zur Flucht gezwungen – im schlimmsten Fall getötet.

Aktuell erreichen mich zahlreiche Informationen aus den umkämpften Gebieten. Vor allem in folgenden Dörfern an der nordsyrischen Grenze sind viele Bomben gefallen: Cindirese, Bulbul, Meydan Ekbaz, Katma, Questel cindo, Haftaro, Ebudane, Kafarsafre, Hamame und Bolio. Dabei wurden nicht nur YPG-Stellungen, sondern vor allem Wohnhäuser und Geschäfte zerstört.

Es wurde mir beispielsweise berichtet, dass Frauen und Kinder, die in einer Geflügelfabrik im kleinen Ort Jelbele vor den türkischen Luftangriffen Unterschlupf gesucht hatten, ums Leben gekommen sind. Dieses Gebäude wurde von Bomben getroffen und 12 Menschen verloren dabei ihr Leben. Diese Information erhielt ich von Freunden, die mithalfen, die Opfer ins Krankenhaus zu transportieren.

Insgesamt sind ungefähr 150 bis 200 Menschen aus den Gebieten um Afrin bei den Luftangriffen ums Leben gekommen. Auch das Nachbarhaus meiner Familie wurde durch eine Bombe zerstört. Viele Menschen aus Afrin, unter anderem meine Familie, die direkt im Zentrum von Afrin gewohnt hatte, sind in die Berge geflüchtet und verstecken sich derzeit in baumreichen Gegenden und vor allem in Höhlen. Die Türkei hat das Internet in der Region Afrin größtenteils deaktiviert, um die dort lebenden Menschen von der Außenwelt zu isolieren.

Viele verschiedene Gruppen und auch Zivilisten kämpfen momentan gegen die türkischen Soldaten. Meine beiden Brüder kämpfen, um die Stadt zu verteidigen. Sie sind aber keine Mitglieder der Kurdenmiliz YPG. Ich habe heute mit meiner Familie gesprochen, sie harren gemeinsam mit 25 weiteren Menschen in einer Höhle aus. Sie haben weder Essen noch Trinkwasser, die Kinder essen Gras. Sie frieren. Sie sehen, wie in der Ferne viele Bomben und Raketen auf syrische Dörfer niedergehen. Ich höre meine Mutter und meine Schwester im Hintergrund weinen, während ich mit meinem Vater telefoniere. Sie haben Angst. Von meinen Brüdern haben sie nichts gehört.

Erdogan sagt, er kämpft gegen „kurdische Terroristen“, die Anhänger der YPG. In Wahrheit kämpft er gegen die normale Bevölkerung von Afrin und vor allem gegen die Kurden.

Schaut die Welt zu, wie Erdogan im Zuge seines Militäreinsatzes in Afrin Tausende unschuldige Menschen tötet? Ich wünsche mir eine Reaktion des UN-Sicherheitsrates – dieser Militäreinsatz, der ironischerweise „Operation Olivenzweig“ genannt wird, muss gestoppt werden. Es muss eine Waffenruhe geben und vor allem dürfen keine weiteren Luftangriffe stattfinden. Humanitäre Hilfe muss die Menschen in Afrin erreichen können.

UPDATE 24.01.2018:

Ich habe gestern mit meiner Familie und Freunden aus der Region Afrin gesprochen, die mir von Angriffen der türkischen Truppen auf die Orte Jindires und Rajo berichteten.

Jindires (auch: Cindirêsê) liegt ca. 10 km von der türkischen Grenze und ca. 20 km von Afrin entfernt. Der Angriff auf Jindires mit Flugzeugen und Panzern begann gestern Mittag - ungefähr 200.000 Menschen waren zum Zeitpunkt des Angriffs noch im Ort. Die im Ort lebenden Menschen hatten nicht damit gerechnet, dass Jindires angegriffen wird, da sich ihres Wissens keine YPG-Stellungen im Ort befunden haben. Jindires war unter so starkem Beschuss, dass niemand in die Stadt hineingehen konnte, um Verletzte zu bergen. Man weiß zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht, wie viele Tote und Verletzte es insgesamt gegeben hat. Viele Gebäude und unter anderem auch eine große Brotfabrik wurden zerstört.

Mir wurden aktuelle Fotos von der Lage vor Ort in Jinderes geschickt.

[Fotos: Zerstörte Häuser in Jinderes]

Ein guter Freund in Rajo berichtete mir, dass auch Rajo und die umliegenden Orte gestern heftig vom türkischen Militär attackiert wurden. Viele Familien, vor allem Frauen, Kinder und ältere Menschen sind in die Berge geflohen und verstecken sich derzeit in Höhlen.

UPDATE 26.01.2018

Ich konnte heute Mittag telefonisch meine Familie in Afrin erreichen, welche mir von aktuellen Geschehnissen aus der Region berichtete.

Afrin Medanki Staudamm in Gefahr
Der Afrin Medanki Staudamm (engl. auch: Maydanki Dam) wird seit gestern von türkischen Truppen bombardiert. Sollte dieser wichtige Staudamm ca. 12 km nördlich von Afrin zerstört werden, wird Afrin überflutet. Türkische Einsatzkräfte haben zudem in das Wasser gefeuert, um das Wasser so zu verschmutzen, dass die Menschen es nicht mehr trinken können. Der Staudamm generiert auch Strom für die Region– durch das Zerstören des Damms könnte die Stromversorgung für Afrin teilweise unterbrochen werden.
Die Menschen aus Afrin bitten Europa und die Welt um Hilfe – der Afrin Medanki Staudamm darf nicht zerstört werden! Unser Trinkwasser und die Stromversorgung sind in Gefahr!

Zwangsrekrutierung von syrischen Geflüchteten
Eine weitere schreckliche Nachricht erreicht mich: Viele Geflüchtete aus Syrien, die sich in Gebieten der Türkei aufhalten (u.a. syrische Geflüchtete in Kilis, Gaziantep, in der Region Hatay, insbesondere Reyhanli), werden momentan gezwungen, sich als Soldaten für den Einsatz in Afrin zu registrieren. Es werden vornehmlich männliche Geflüchtete im Alter von 17 bis 50 Jahren in die türkischen Truppen unter Todesandrohung zwangsrekrutiert. Jeder bekommt 400 Dollar und wird mit anderen Geflüchteten in einer Gruppe durch eine Öffnung in der Mauer entlang der nordsyrischen Grenze gedrängt. Wer versucht, umzukehren, wird vom türkischen Militär erschossen. Ein kurdischer Bekannter berichtete, dass er auf diese Weise zwangsrekrutiert wurde, um gegen Afrin zu kämpfen. Ihm gelang es, sich während der Kampfhandlungen von der türkischen Armee zu trennen und sich in einer Häuserruine zu verstecken. Als die türkischen Kräfte durch die kurdischen Milizen zurückgedrängt wurden, offenbarte er sich den kurdischen Milizen und schloss sich diesen an.

Situation meiner Familie
Meine Familie und die Menschen, die sich gemeinsam mit meiner Familie in einer Höhle versteckt hatten, mussten die Höhle in den Bergen aufgrund schlechter Witterungsverhältnisse verlassen und haben Unterschlupf in einem Bauernhaus gefunden. Es fehlt an Essen und viele sind krank. Ein Baby ist gestorben. Ich höre meine Schwester und meinen zehnjährigen Bruder nicht im Hintergrund, aber meine Mutter versichert mir, dass sie wohlauf sind.

Meine Familie bittet mich, Folgendes an die Weltgemeinschaft weiterzugeben:
„Wir brauchen Medizin – es gibt viele Verletzte, unsere Krankenhäuser sind überlastet. Wir haben nicht genug Essen für unsere Kinder – einige Kleinkinder sind wegen des langen Aufenthalts im Freien und nicht genug Essen bereits gestorben. Wir wünschen uns, dass die großen Länder etwas tun. Heute ist der sechste Tag, an dem wir uns in den Bergen vor dem türkischen Angriff verstecken. Wir brauchen dringend Hilfe.“ #saveafrin


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