Die Linke Leipzig an der Seite der Mieter:innen im Leipziger Westen: „Vonovia muss fair abrechnen“
Wohnen muss bezahlbar bleiben. Ein warmes und sicheres Zuhause sollte für alle Menschen selbstverständlich sein. Doch steigende Mieten und explodierende Nebenkosten machen vielen Menschen in Leipzig zu schaffen. Besonders problematisch ist, dass große Immobilienkonzerne wie Vonovia zusätzliche Gewinne erzielen können, indem sie bei den Betriebskosten systematisch unsauber arbeiten. Die Linke Leipzig stellt sich dem gemeinsam mit den Mieterinnen und Mietern entgegen: In einem Vonovia-Wohnblock in der Schillingstraße organisieren sich derzeit 30 betroffene Haushalte. Am 28. Januar 2026 fand dort eine gemeinsame Mieterversammlung statt.
Im Vorfeld hatten Mitglieder der Linken Leipzig West im Rahmen des Heizkostenchecks der Partei an Türen geklopft und zahlreiche Gespräche geführt. Dabei zeigte sich, dass in den Häusern der Schillingstraße ein gesetzlich vorgeschriebener Wärmemengenzähler fehlt. Ohne dieses Gerät verstößt Vonovia gegen die Heizkostenverordnung – obwohl die Einbaupflicht bereits seit 2014 besteht. Mieter:innen können in solchen Fällen bis zu 15 Prozent der Heiz- und Warmwasserkosten zurückfordern.
Rechtsanwältin Astrid Naundorf bestätigte bei der Versammlung: „Die Rechtslage ist eindeutig. Der Anspruch auf Rückzahlung muss individuell geltend gemacht werden, am wirksamsten ist ein gemeinsames Vorgehen aller Mieter:innen im Haus.“ Die betroffenen Mieter:innen haben bei der Versammlung gemeinsam Widerspruch eingelegt und reichen diesen nun bei Vonovia ein. Pro Wohnung können so dreistellige Beträge zurückgeholt werden.
Der Fall steht exemplarisch für ein strukturelles Problem: Vonovia besitzt bundesweit rund 473.000 Wohnungen und schüttete 2024 etwa eine Milliarde Euro Dividende aus. „Von jedem Euro Miete fließen rund 42 Cent an Aktionär:innen. Viele Menschen in Leipzig arbeiten einen großen Teil des Monats, um die Rendite von anderen zu finanzieren, die dafür keinen Finger rühren. Das ist zutiefst ungerecht“, sagt Jule Wagner, Mitglied im Stadtbezirksverband Alt-West, Die Linke Leipzig.
Auch Mieter:innen eines weiteren Vonovia-Blocks in der benachbarten Schadowstraße berichten von Schimmel, überfüllten Mülltonnen, schlechter Erreichbarkeit und intransparenten Abrechnungen. Mitglieder der Linkspartei vernetzten beide Häuser und luden auch diese Mieter:innen zur Versammlung ein. Auch hier wollen die Mieter:innen nicht länger allein bleiben, sondern sich zusammenschließen, Erfahrungen teilen und sich weiter vernetzen – untereinander und mit anderen Mieterinitiativen in der Stadt.
„Der fehlende Wärmemengenzähler zeigt exemplarisch, wie Vonovia davon profitiert, dass viele Menschen ihre Rechte nicht kennen. Dagegen organisieren wir uns – für bezahlbaren Wohnraum, Vergesellschaftung und ein gutes Leben für alle“, erklärt Jule Wagner.
Die Aktion ist Teil der Kampagne der Leipziger Linken „Die Stadt gehört uns allen“.
Fotos können Sie unter Nennung des Urhebers hier downloaden: https://www.picdrop.com/h.eisenbergfotograf/VQnXbzFKDT
Weiterführende Informationen sind zu finden unter: https://www.rosalux.de/fileadmin/rls_uploads/pdfs/sonst_publikationen/Broschur_Vonovia_Web.pdf
Pressekontakt: leipzigfueralle@dielinke-leipzig.de
