Endlich werden Straßen auch nach Frauen in der Südvorstadt benannt - Linker Erfolg zum 8. März!
In der Südvorstadt gibt es bisher keine einzige Straße die nach einer Frau benannt ist! Auch in ganz Leipzig ist das Missverhältnis eindeutig. Nicht einmal zwei Prozent aller Straßen sind nach real existierenden Frauen benannt, das sind etwa 56 Straßen. Demgegenüber stehen über 1.200 Straßen, die nach Männern benannt wurden. Zu diesen Ergebnissen kam der Verein Stadt.Raum.Gestalten e.V. vor einigen Jahren in einer umfassenden Analyse der Leipziger Straßennamen.
Dazu erklärt Leonie Hain aus dem Vorstand des Stadtbezirksverbandes Leipzig Süd der Partei Die Linke: "Frauen wurden in der Vergangenheit oft übergangen: in der Politik, in der Wirtschaft und auch im Stadtbild. Dabei spiegeln die Straßen die patriarchale Gesellschaft wider. Da Straßennamen auch Machtverhältnisse wiedergeben, überrascht die bisherige fehlende Repräsentation nicht, auch wenn sie empört."
Auf Initiative der Linken wurde über den Stadtbezirksbeirat Süd ein Antrag in den Stadtrat eingebracht, im neuen Stadtquartier am Bayerischen Bahnhof alle neu entstehenden Straßen nach Frauen zu benennen. Hierzu wurden bereits fünf Namensvorschläge an die AG Straßenbenennung der Stadt übergeben:
- Ingeborg Krabbe, Schauspielerin, Mitbegründerin der Leipziger Pfeffermühle
- Käte Duncker, Sozialistin, Pädagogin und Aktivistin der Frauenbewegung
- Dr. jur. Felicia Hart, erste und auch einzige Anwältin jüdischen Glaubens in Leipzig vor der Machtergreifung der Nationalsozialisten
- Julie Bebel, engagierte Sozialdemokratin der ersten Stunde
- Dr. Hildegard Heyne, erste Kustodin und Leiterin der Graphischen Sammlung im Museum der bildendenden Künste (MdbK)
Der Stadtbezirksverband Leipzig-Süd der Partei Die Linke freut sich über den Erfolg des Antrages, welcher in der Ratsversammlung am 25.02.2026 mehrheitlich positiv votiert wurde. Dadurch werden nun in der Südvorstadt endlich auch Straßen nach Frauen zu benannt, um damit die tatsächliche Vielfalt der Stadt ein Stück mehr zu würdigen.
Warum das wichtig ist, fasst Leonie Hain zusammen: "Straßennamen prägen sich ein. Sie stehen für unseren Wohnort, für Haltestellen, für jede neue Adresse. Wir benutzen sie täglich, oft kennen wir den Straßennamen besser als die Biografie der dahinterstehenden Person. Sie prägen unser kollektives Gedächtnis. Wenn dort überwiegend Männer vertreten sind, wirkt sich das auch auf unser gesellschaftliches Bewusstsein aus. Mit fünf starken Leipziger Frauen wollen wir dieses Ungleichgewicht zumindest ein Stück weit korrigieren.“
Dieser Vorstoß stellt auch einen Beitrag für die Anliegen des 8. März dar, um nicht nur auf Straßen zu demonstrieren, die nach Karl, August, Richard und Bernhard benannt sind.
Eine interaktive Karte des Vereins Stadt.Raum.Gestalten e.V. zu diesem Thema ist hier zu finden: https://stadt-raum-gestalten.de/gender-map-leipzig/
