Antifaschistischer Widerstand muss im Stadtgedächtnis bleiben!
Der 19./20. Juli 1944 ist ein Datum, das auch in Leipzig niemals vergessen werden darf. Die Mitglieder einer der großen antifaschistischen Widerstandsgruppen Deutschlands gegen die Nazidiktatur wurden in unserer Stadt verhaftet. Im November 1944 wurden die Leipziger Antifaschisten Georg Schumann, William Zipperer, Otto Engert, Georg Schwarz, Walter Kresse und Karl Jungbluth vom Volksgerichtshof in Dresden zum Tode verurteilt und am 11./12. Januar 1945 dort auch hingerichtet.
Georg Schumann ging als Schüler sechs Jahre in die damalige 1. Bezirksschule Glockenstraße 6, die bis zum 16. Juli 2026 Georg-Schumann-Schule (Oberschule) hieß. Auf Beschluss des Stadtrates wurde die Schule saniert und die Schülerinnen und Schüler der Petrischule zogen ein. Jetzt soll diese Schule Petrischule heißen, obwohl der historische Ort der Petrischule seit 1873 die Paul-Gruner-Straße ist.
Kay Kamieth, Pressesprecher der Leipziger Linken, sagt dazu: „Das zeugt von doppelter Geschichtsvergessenheit, die dazu beiträgt, antifaschistische Schulnamen aus dem Stadtgedächtnis zu streichen. Das ist aber nicht nur ein erinnerungspolitischer Skandal, der dem vom Stadtrat im November 2023 beschlossenen „Konzept Erinnerungskultur“ unmittelbar ins Gesicht schlägt. Mit der Aushöhlung des Gedenkens an den antifaschistischen Widerstand schwächt man zugleich den heutigen zivilgesellschaftlichen Kampf gegen die massive Rechtsentwicklung im Land. Die Leipziger Linke wird sich dieser gefährlichen Tendenz weiterhin konsequent entgegenstellen.“
