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AG Betrieb und Gewerkschaft Leipzig

Selbstvorstellung

Der Mindestlohn verschlechtert die Chancen unseres Unternehmens im internationalen Wettbewerb? Wir müssen Lohnkürzungen akzeptieren, weil sonst Betriebe verlagert werden? Heute mal wieder Überstunden arbeiten - für die Bilanz unseres Unternehmens? Seit Jahrzehnten gibt es tiefe Einschnitte im Sozial- und Gesundheitssystem, prekäre Jobverhältnisse werden zunehmend zur Normalität und es muss immer noch zu lange für zu wenig Geld gearbeitet werden. Uns wurde erklärt, dass wir zu gut lebten und das Entwicklungen seien, die wir zu akzeptieren hätten. So funktioniere unsere Wirtschaft halt. Doch warum feiern nur die Reichsten den immensen Niedriglohnsektor in Deutschland? Warum löst sich das Versprechen nicht ein, dass der Gewinn Weniger den Wohlstand aller vermehrt? Wieso werden Menschen täglich am Arbeitsplatz diskriminiert, überwacht und gegeneinander ausgespielt? Warum werden Menschen in schlecht bezahlte Jobs gezwungen, ausgebeutet und ihrer Würde beraubt? Wer die Welt verändern will, muss sie zuerst erkennen. All diese Missstände bilden die Basis des ökonomischen Erfolgs von Wenigen am Wirtschaftsstandort Deutschland. Der große Aufschrei bleibt bisher jedoch aus. Wir glauben an Demokratie und Mitbestimmung als integralen Bestandteil unserer Gesellschaft, doch legen diesen Glauben auf dem Weg zur Arbeit ab. Ohne Repräsentation und Demokratie werden unternehmerische Entscheidungen, die Millionen von Erwerbstätigen jeden Tag betreffen, immer über deren Köpfe hinweg getroffen werden. In einer profitorientierten Wirtschaft ist kein Platz für die Bedürfnisse aller. Die Folgen spüren wir immer deutlicher. Doch wer ist eigentlich dieses „Wir“? Wenn die Ungerechtigkeit so gewaltig ist, dann wächst daraus Widerstand. Wer sich befreien will, muss sich organisieren. Wer ein freies, selbstbestimmtes Leben erringen, die Zukunft gewinnen will, muss sich wehren. Und die Organisationen, welche direkt am Arbeitsplatz für und durch Beschäftigte dafür streiten, sind die Gewerkschaften. Kolleg:innen wehren sich gegen Lohnkürzungen, Überstunden, Abbau von Sozialleistungen, Rentenkürzungen und Privatisierungen. Mitstreiter:innen initiieren Streiks, organisieren Demonstrationen und stellen sich gegen Demokratieabbau und Ausbeutung. Genoss:innen kämpfen für das gute Leben für alle und üben praktische Solidarität. Menschen geben Hilfe zur Selbsthilfe und nehmen ihren Alltag in die eigenen Hände. Ihre Arbeit ist solidarisch und schafft Hoffnung. Aus Betroffenheit entsteht Entschlossenheit und Geschlossenheit. Viele kleine Widerstände können große Dinge in Gang setzen. Ohne vergangene Kämpfe würden wir immer noch 12 Stunden und mehr täglich schuften müssen, keinen bezahlten Urlaub und keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall haben. Arbeitsschutz wäre ein Fremdwort geblieben und Kinder würden nicht in die Schule, sondern in Fabriken gehen. Und leider sind alle diese Errungenschaften nicht in Stein gemeißelt, sondern müssen verteidigt werden, damit sich die Uhren nicht zurückdrehen. Wenn viele Menschen sich zusammen organisieren und Solidarität leben, können sie die Gesellschaft wirklich verändern und die kapitalistischen Verhältnisse nicht das Ende der Geschichte sein lassen. Doch die Gewerkschaften brauchen Verstärkung, sie sind in der Defensive: Resignation und Anpassung sind trauriger Alltag. Die Pfleger:innen, die Verkäufer:innen, die Beschäftigten im Bergbau, kurz: alle abhängig Beschäftigten brauchen politische Hoffnung. Die Partei DIE LINKE darf keine reine Stellvertreterpartei sein, sondern muss als Organisation dienen, die den Menschen in ihren Kämpfen und Forderungen für soziale, demokratische sowie ökologische Rechte nützlich ist. Sowohl DIE LINKE als auch die Gewerkschaften als Motoren der Veränderung stottern und müssen neu in Fahrt gebracht werden. Wir stehen als Sozialist:innen innerhalb der Gewerkschaften auf Seiten derer, die die Spaltungen von Prekären und Kernbelegschaften bekämpfen, die keinen Frieden mit dem Niedriglohn machen, die an den Perspektiven internationaler Solidarität festhalten, sich dem Standortwettbewerb entgegenstellen und die eine Demokratisierung der Wirtschaft einfordern. Aus all diesen Gründen haben wir uns als gewerkschaftliche Strömung in der Partei DIE LINKE zusammengeschlossen und streiten als neugegründete AG Betrieb und Gewerkschaft in Leipzig für eine bessere (Arbeits-)Welt. Doch dies allein wird nicht reichen: Wir brauchen Dein Engagement, Deine Fähigkeiten und Deine Ideen. Organisiere Dich bei uns und in einer Gewerkschaft. Komm gerne bei uns vorbei.

Kontakt: Mail

Treffen: Treffen alle zwei Wochen in den jeweiligen geraden Kalenderwochen, Montag 19 Uhr, digital oder im Liebknecht-Haus, Braustraße 15 (bitte vorher per E-Mail anfragen)