Strom vom Balkon

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Was sind Balkonkraftwerke?

Balkonkraftwerke – auch Steckersolargeräte genannt – bestehen aus ein bis zwei Solarmodulen mit jeweils maximal 400 W elektrischer Nennleistung und einem dazugehörigen Wechselrichter. Sie können z.B. an Balkongeländern befestigt oder auf Terrassen aufgestellt werden und sind so gebaut, dass sie sich ohne großen Aufwand installieren lassen. Der Wechselrichter kann per haushaltsüblichen Stecker an eine Steckdose in der eigenen Wohnung angeschlossen werden.

Wenn die Sonne scheint, liefert das Balkonkraftwerk Strom. Benutzt du in dieser Zeit elektrische Geräte – etwa die Waschmaschine, den Herd oder den Kühlschrank – wird dieser Strom direkt genutzt und du musst weniger vom Stromanbieter beziehen (aktueller Strompreis ca. 28–35 Cent/kWh). Dadurch sparst du jeden Monat etwas Geld. Sogar Balkone mit Ausrichtung nach Westen oder Osten können geeignet sein, wenn man Strom eher abends bzw. morgens verbraucht.

In der Zeit, in der Strom eingespeist aber nicht direkt in der Wohnung verbraucht wird, fließt dieser ins öffentliche Netz. Dafür bekommst du keine Vergütung, tust aber etwas Gutes für die Energiewende. Jede Kilowattstunde Strom, die durch Sonnenenergie erzeugt und genutzt wird, ersetzt Strom aus fossilen Brennstoffen und verringert damit den CO2-Ausstoß.

Alternativ gibt es auch Stromspeicher, mit denen du den Anteil der Eigennutzung erhöhen kannst.

Was musst du rechtlich beachten?

Geregelt sind Balkonkraftwerke im BGB § 554, WEG § 20 und EEG § 8 Abs. 5a sowie § 10a. Der Vermieter sollte vorher informiert werden und kann auch in gewissem Rahmen Auflagen erteilen, darf ein Balkonkraftwerk aber nicht einfach ablehnen. Er kann lediglich eine Sicher-heit verlangen, falls du bei einem Auszug die Anlage nicht selbst abbaust oder an der Bausubstanz Schäden durch das Balkonkraftwerk entstehen (z. B. bei Sturm). Das ist wie eine Kaution, die du nach dem Auszug zurückerhältst.

Es gibt keine besonderen Anforderungen an den Stromzähler. Sobald die Anlage ordentlich angemeldet ist, wird der Netzbetreiber ggf. tätig und baut einen modernen Zweirichtungs-zähler auf eigene Kosten ein.

Woher bekomme ich meine Anlage?

Ein Balkonkraftwerk kannst du prinzipiell selbst im Internet bestellen oder im örtlichen Baumarkt kaufen und eigenständig montieren. Einen Elektriker brauchst du nur, falls auf dem Balkon eine Steckdose montiert werden muss.

Ab wann lohnt sich das finanziell?

Abhängig vom Kaufpreis und der Größe der Anlage kann sich die Anschaffung eines Balkonkraftwerks bereits nach etwa drei bis fünf Jahren lohnen. Sobald du die Anschaffungskosten durch niedrigere Stromrechnungen ausgeglichen hast, bleibt mehr Geld für andere Dinge übrig. Ob sich ein Balkonkraftwerk für dich lohnt oder nicht, kannst du z. B. einfach über den Rechner der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Berlin herausfinden:

https://solar.htw-berlin.de/rechner/stecker-solar-simulator/

Wir empfehlen, zusätzlich staatliche Fördermöglichkeiten zu prüfen und zu nutzen. Diese reduzieren die Kosten beim Kauf – damit rechnet sich die Anschaffung sogar noch schneller. Die Stadt Leipzig stellt die folgenden Informationen zur Verfügung:

https://www.leipzig.de/umwelt-und-verkehr/energie-und-klima/foerderung-privater-stecker-solar-geraete

Aber auch die sächsische Aufbaubank bietet Förderungsmöglichkeiten an:

https://www.sab.sachsen.de/de/balkonkraftwerke-stecker-pv-anlagen

 

OK, ich will! Aber wie läuft das nun konkret?

Nachfolgend eine Checkliste, mit der du dir ein Balkonkraftwerk besorgst:

  • Vermieter anschreiben
  • Ggf. Denkmalschutzamt anschreiben
  • Eintrag ins Marktstammregister
  • Ggf. Fördergelder beantragen
  • Balkonkraftwerk kaufen, anbringen und Geld sparen